Mengenänderung
Die ausgeführte Menge weicht beim Einheitspreisvertrag um mehr als 10 Prozent vom Leistungsverzeichnis ab.
Was du tust: Auf Verlangen wird ein neuer Einheitspreis vereinbart. Grundlage ist ein sauberes Aufmaß nach VOB.
Ein Nachtrag scheitert selten an der Leistung, sondern am Nachweis. Hier liest du, welche Nachträge die VOB/B kennt, wann du sie ankündigen musst und was du auf der Baustelle festhalten solltest, damit sie bezahlt werden.
Ein Nachtrag ist eine zusätzliche Vergütungsforderung für Leistungen, die vom ursprünglichen Bauvertrag abweichen: geänderte Leistungen, zusätzliche Leistungen, Mengenänderungen oder Mehrkosten durch Behinderungen. Nachtragsmanagement bezeichnet den Prozess, solche Abweichungen zu erkennen, rechtzeitig anzukündigen, lückenlos zu dokumentieren und als prüfbares Nachtragsangebot durchzusetzen.
Die rechtliche Grundlage für Nachträge im VOB-Vertrag ist vor allem § 2 VOB/B, für Behinderungen § 6 VOB/B. Für das Nachtragsmanagement am Bau entscheidet im Alltag aber etwas anderes: Nachträge entstehen auf der Baustelle, dokumentiert werden sie oft erst Tage später im Büro. Genau in dieser Lücke gehen Ansprüche verloren.
Die VOB/B unterscheidet vier Nachtragsarten: Mengenänderungen über 10 Prozent (§ 2 Abs. 3), geänderte Leistungen nach einer Anordnung des Auftraggebers (§ 2 Abs. 5), zusätzliche Leistungen, die nicht im Vertrag stehen (§ 2 Abs. 6), und Leistungen ohne Auftrag (§ 2 Abs. 8). Dazu kommen Mehrkosten durch Behinderungen nach § 6 VOB/B.
Die ausgeführte Menge weicht beim Einheitspreisvertrag um mehr als 10 Prozent vom Leistungsverzeichnis ab.
Was du tust: Auf Verlangen wird ein neuer Einheitspreis vereinbart. Grundlage ist ein sauberes Aufmaß nach VOB.
Der Auftraggeber ändert den Bauentwurf oder ordnet etwas anderes an, und dadurch ändern sich die Grundlagen des Preises.
Was du tust: Neuen Preis möglichst vor der Ausführung vereinbaren, auf Basis der Mehr- und Minderkosten.
Der Auftraggeber verlangt eine Leistung, die im Vertrag nicht vorgesehen ist.
Was du tust: Den Anspruch auf Vergütung ankündigen, bevor du mit der Ausführung beginnst.
Du führst etwas aus, das niemand beauftragt hat. Bezahlt wird es nur, wenn der Auftraggeber es nachträglich anerkennt oder es notwendig war, seinem mutmaßlichen Willen entsprach und unverzüglich angezeigt wurde.
Was du tust: Möglichst gar nicht erst ohne Anordnung arbeiten – und wenn doch, sofort anzeigen.
Fehlende Vorleistungen, Planverzug oder Baustopps verursachen Stillstand und Mehraufwand. Mehrkosten lassen sich nur geltend machen, wenn die Behinderung vorher unverzüglich schriftlich angezeigt wurde (§ 6 Abs. 1).
Was du tust: Behinderung sofort anzeigen, Beginn, Ursache und Folgen festhalten. Details im Ratgeber Baubehinderung nach VOB.
Ist die VOB/B nicht vereinbart, gelten seit 2018 die §§ 650b und 650c BGB: Der Auftraggeber kann Änderungen begehren, beide Seiten sollen sich 30 Tage lang einigen, danach darf er in Textform anordnen. Die Mehrvergütung richtet sich nach den tatsächlich erforderlichen Kosten mit angemessenen Zuschlägen. Die Dokumentationspflichten auf der Baustelle sind in beiden Fällen dieselben.
Nicht die Mehrleistung entscheidet über den Nachtrag, sondern der Nachweis, dass sie angeordnet, angekündigt und ausgeführt wurde.
Bei zusätzlichen Leistungen nach § 2 Abs. 6 VOB/B musst du den Vergütungsanspruch ankündigen, bevor du mit der Ausführung beginnst. Bei geänderten Leistungen soll der neue Preis vor der Ausführung vereinbart werden. Und am Ende zählt eine zweite Frist: Gegen eine vorbehaltlose Schlusszahlung musst du innerhalb von 28 Tagen einen Vorbehalt erklären.
Quelle: VOB/B (Ausgabe 2016) bei dejure.org, Stand Oktober 2026. Die Ausschlusswirkung nach § 16 Abs. 3 VOB/B greift nur unter bestimmten Voraussetzungen, etwa wenn die VOB/B als Ganzes vereinbart ist. Kein Rechtsrat – im Zweifel den Vorbehalt trotzdem erklären und den Einzelfall prüfen lassen.
Gutes Nachtragsmanagement beginnt auf der Baustelle. Nachträge dokumentieren heißt: alle Leistungen, die über den Vertrag hinausgehen, beweissicher festhalten – mit Anordnung, Zeitpunkt, Zustand vorher und nachher, Aufwand und Ursache. Entscheidend ist, dass die Doku im Moment entsteht und nicht Wochen später rekonstruiert wird, wenn die Forderung formuliert wird.
Für Stundenlohnarbeiten gilt eine eigene Regel: Stundenlohnzettel reichst du je nach Vereinbarung werktäglich oder wöchentlich ein. Gibt der Auftraggeber sie nicht innerhalb von 6 Werktagen nach Zugang zurück, gelten sie als anerkannt (§ 15 Abs. 3 VOB/B). Wie du Mengen sauber ermittelst, steht im Beitrag zur Mengenermittlung nach VOB; wie du Beweise auf der Baustelle allgemein sicherst, im Ratgeber zur Baustellendokumentation.
Eine Nachtragsforderung, die erst im Büro rekonstruiert wird, ist so stark wie die Erinnerung des Poliers – also schwach.
Ein prüfbares Nachtragsangebot muss für den Auftraggeber nachvollziehbar machen, warum zusätzliche Vergütung fällig ist und wie sie berechnet wurde. Dazu gehören fünf Bestandteile: die Leistungsbeschreibung, die Begründung mit Bezug zur Anordnung, die Abgrenzung zum Hauptvertrag, eine Kalkulation auf Basis der Urkalkulation und die Auswirkungen auf die Bauzeit.
Im Nachtragsmanagement gilt: Je mehr Belege du dem Angebot beifügen kannst – Fotos, Bautagesberichte, Stundennachweise, Aufmaß –, desto weniger Raum bleibt für Diskussionen. Wie Infos dafür vorab sauber zwischen Baustelle, Büro und Auftraggeber laufen, zeigt der Ratgeber Kommunikation auf der Baustelle organisieren.
Die häufigste Ursache ist fehlende oder zu späte Dokumentation: Anordnungen bleiben mündlich, die Ankündigung kommt nach Arbeitsbeginn, Fotos landen in privaten WhatsApp-Gruppen, und Stundenzettel werden nicht rechtzeitig eingereicht. Am Ende fehlen Zeitpunkt und Beweis – und aus einem berechtigten Nachtrag wird eine abgelehnte Forderung.
| Fehler | Folge | So vermeidest du es |
|---|---|---|
| Anordnung nur mündlich | Später ist strittig, ob überhaupt angeordnet wurde. | Am selben Tag schriftlich bestätigen, mit Datum und Foto. |
| Ankündigung nach Arbeitsbeginn | Vergütungsanspruch nach § 2 Abs. 6 gefährdet. | Erst ankündigen, dann anfangen – auch wenn es eilt. |
| Kein Foto vom Zustand vorher | Mehrleistung lässt sich nicht von der Vertragsleistung abgrenzen. | Vorher, während, nachher fotografieren, mit Zeitstempel im Projekt. |
| Stundenlohn nicht vereinbart oder Zettel zu spät | Stunden werden nicht vergütet (§ 2 Abs. 10, § 15 VOB/B). | Vor Beginn vereinbaren, Stundenzettel werktäglich einreichen. |
| Behinderung nicht angezeigt | Mehrkosten und Bauzeitverlängerung schwer durchsetzbar. | Unverzüglich schriftlich anzeigen (§ 6 Abs. 1). |
| Schlusszahlung vorbehaltlos angenommen | Offene Nachträge können ausgeschlossen sein. | Vorbehalt innerhalb von 28 Tagen erklären. |
Mängel sind übrigens kein Nachtragsthema: Wer für die Beseitigung zuständig ist und welche Fristen gelten, regelt § 13 VOB/B. Wie Mängel auf der Baustelle erfasst und nachverfolgt werden, steht im Beitrag zum Mängelmanagement.
Mit Valoon entsteht die Doku für dein Nachtragsmanagement in dem Moment, in dem der Nachtrag passiert: Der Polier schickt Foto, Sprachnachricht oder Text in die WhatsApp-Gruppe des Projekts, Valoon legt alles mit Zeitstempel, Absender und Projektbezug ab. Die Baustelle bleibt in WhatsApp, das Büro bekommt saubere Doku. Die Baustelle kostet nichts, bezahlt werden nur die Büro-Plätze.
Beispiel: zusätzliche Bewehrung im 2. OG
Auf einer Rohbaustelle ordnet der Auftraggeber mündlich an, die Bewehrung einer Decke zu verstärken. Der Polier fotografiert die Stelle und schreibt in die Projektgruppe: „AG-Anordnung zusätzliche Bewehrung Decke OG2.“ Die Bauleiterin sieht die Nachricht mit Uhrzeit und Foto im Büro und schickt dem Auftraggeber noch vor Beginn der Arbeit die schriftliche Nachtragsankündigung.
Am selben Tag meldet ein Vorarbeiter per Sprachnachricht zwei Stunden Wartezeit, weil ein anderes Gewerk nicht fertig ist. Die Stunden der Kolonne kommen über den digitalen Stundenzettel. Als die Bauleiterin zwei Wochen später das Nachtragsangebot schreibt, liegen Anordnung, Fotos, Stunden und Behinderung bereits im Projekt – nichts muss rekonstruiert werden.
Stunden, Rapporte und Regieberichte füllt die Kolonne als Formular direkt in WhatsApp aus, mehr dazu beim digitalen Stundenzettel. Fotos landen automatisch im richtigen Projekt über die Fotodokumentation, und wer nicht tippen will, spricht die Meldung mit der Sprach-KI ein. Bautagesberichte, Protokolle und Exporte als PDF, Word, Excel oder CSV findest du unter Baudokumentation.
„Einfacher kann die Einführung einer Software nicht ablaufen! WhatsApp ist selbsterklärend, jeder hat es und jeder kann es!“
Die Daten liegen DSGVO-konform auf Microsoft-Azure-Servern in Frankfurt, angebunden über die offizielle WhatsApp Business API. Wenn der Nachtrag erledigt ist, geht es mit der Abnahme weiter – was dort zu beachten ist, steht im Ratgeber zur VOB Abnahme.
Ein Nachtrag ist eine zusätzliche Vergütungsforderung des Auftragnehmers für Leistungen, die vom Bauvertrag abweichen – etwa geänderte oder zusätzliche Leistungen, Mengenänderungen über 10 Prozent oder Mehrkosten durch Behinderungen. Im VOB-Vertrag regelt das vor allem § 2 VOB/B. Durchsetzbar ist ein Nachtrag nur, wenn Anordnung, Ankündigung und Ausführung belegt sind.
Alle Abweichungen vom Vertrag: geänderte Leistungen nach § 2 Abs. 5, zusätzliche Leistungen nach § 2 Abs. 6, Mengenänderungen, Behinderungen nach § 6 und Stundenlohnarbeiten. Zu jedem Vorgang gehören Anordnung, Datum, Fotos vom Zustand vorher und nachher, der Mehraufwand und der Projektbezug – festgehalten in dem Moment, in dem es passiert.
Die VOB/B verlangt bei zusätzlichen Leistungen eine Ankündigung vor Ausführungsbeginn, schreibt aber keine bestimmte Form vor. Nachweisbar ist im Streitfall aber nur, was schriftlich mit Datum beim Auftraggeber angekommen ist. Kündige deshalb jeden Nachtrag schriftlich an den im Vertrag benannten Ansprechpartner an, bevor die Kolonne anfängt.
Bei zusätzlichen Leistungen nach § 2 Abs. 6 VOB/B ist der Vergütungsanspruch dann gefährdet. Die Rechtsprechung lässt in Ausnahmefällen Spielraum, etwa wenn dem Auftraggeber klar sein musste, dass die Leistung nicht kostenlos ist – darauf solltest du dich aber nicht verlassen. Die sichere Reihenfolge ist immer: ankündigen, dann ausführen.
Nur, wenn du die Schlusszahlung nicht vorbehaltlos angenommen hast. Nach § 16 Abs. 3 VOB/B erklärst du den Vorbehalt innerhalb von 28 Tagen nach Zugang der Mitteilung über die Schlusszahlung und begründest ihn innerhalb weiterer 28 Tage. Ob die Ausschlusswirkung im Einzelfall greift, hängt vom Vertrag ab – erkläre den Vorbehalt trotzdem.
Meist an der Dokumentation, nicht an der Leistung. Mündliche Anordnungen werden nicht festgehalten, Fotos liegen in privaten WhatsApp-Gruppen, Behinderungen werden zu spät angezeigt, und die Forderung wird erst Wochen später im Büro rekonstruiert. Ohne Zeitpunkt und Beweis lässt sich ein berechtigter Nachtrag im Streitfall kaum durchsetzen.
Nein. Das Team schreibt weiter in WhatsApp – ein Foto mit kurzem Kommentar oder eine Sprachnachricht genügt. Valoon übernimmt Zeitstempel, Projektzuordnung und Ablage im Hintergrund, ohne Download, Login oder Schulung. Die Baustelle kostet nichts, bezahlt werden nur die Büro-Plätze. Die Details stehen auf der Preisseite.
Jetzt loslegen
In der Demo siehst du, wie Anordnungen, Fotos und Stunden von der Baustelle so im Projekt landen, dass dein nächstes Nachtragsangebot schon belegt ist. Die Baustelle bleibt in WhatsApp, das Büro bekommt saubere Doku.
Noch nicht so weit? Schau dir an, wie Valoon in Bauunternehmen arbeitet, oder lies weiter zur Baustellendokumentation.
RechtVOB Abnahme: Ablauf, Fristen und FolgenFörmliche, fiktive und Teilabnahme – und was ins Abnahmeprotokoll gehört.
RatgeberBaustellenkommunikation organisierenWer wem was meldet und welche Infos nach VOB/B schriftlich sein müssen.
RatgeberBaustellendokumentationWas rein muss, damit sie im Streitfall trägt – ohne Zettel und Abtippen.
